Aufgaben und Angebote

INFO-CENTER

Aufgaben

In sämtlichen Bereichen unseres Lebens sind wir täglich vor Entscheidungen gestellt, die nicht "aus dem Bauch heraus", spontan und planlos, sondern möglichst nach reiflicher Überlegung getroffen werden sollten. Dies setzt ausreichende Informationen voraus. Diese wiederum ermöglichen planvol-les Handeln. Optimismus ist eine angenehme und vor allem bequeme Lebenshaltung. Für die Alltags-bewältigung ist ein stereotypes "Es wird schon gut gehen!" allerdings nicht zu empfehlen. Nicht zufällig heißt es: Optimismus ist meistens nur ein Mangel an Information. Wer sich schon freut, wenn das Glas halb voll ist, sollte vielleicht erst einmal prüfen, womit das Glas zur Hälfte gefüllt ist. Das unterscheidet den Realisten von einem Optimisten.

Als Einrichtung in freier und gemeinnütziger Trägerschaft, die den Grundlagen bzw. Zielen und Grundsätzen des Verbraucherschutzes verpflichtet ist, versorgen wir Ratsuchende nicht mit "opti-mistischen Einschätzungen", wie dies die Reklame-Industrie und der PR-Journalismus bereits zur Genüge tun, sondern mit möglichst realistischen Darstellungen, die von einer gewissen Skepsis und Wachsamkeit gegenüber den Versprechungen der Anbieterseite geprägt sind. Hierdurch unterscheidet sich unser Verständnis von Beratung prinzipiell von derjenigen solcher "Berater", die lediglich Ver-käufer oder Provisionsvermittler sind. Viele, die "wirtschaftsfreundlich" sozialisiert wurden oder zur Autosuggestion, zur Idealisierung und zum Illusionismus neigen, wissen dies allerdings nicht zu schätzen. Im Alltag zeigt sich immer wieder: Als guter Berater wird vielfach derjenige angesehen, der schnell eine Patentlösung präsentiert und dabei noch die vorgefasste Meinung des Kunden bestätigt oder dessen unterschwellige Wunschvorstellungen bedient. Wer dagegen Kritik äußert und zu ge-nauer Prüfung rät, wird schnell anstrengend und macht sich unbeliebt. Es ist im Verbraucherschutz eben wie überall: Gegen seinen Willen ist niemandem zu helfen!  

Die AVIB gemn.e.V. ist keine allgemeine Verbraucherberatungsstelle, die sich mit sämtlichen Waren- und Dienstleistungsangeboten beschäftigt. Sie wurde 1984 gegründet, um eine Lücke im Verbraucher-schutz zu schließen. Zur damaligen Zeit gab es keine einzige unabhängige Einrichtung, die über Inter-natsschulen und Schülerheime in Deutschland Auskunft erteilen konnte. Daher eröffneten wir zunächst eine reine Internatsberatungsstelle. Wie wichtig dieser freiwillige Dienst an der Gesellschaft war, zeigte sich im März 2010, als viele der durch gesteuerte Medienkampagnen zu idyllischen Eliteschulen hochgelobten Odensgymnasien und privaten Internate als Orte inflationären sexuellen Missbrauchs und sadistischer Gewalt geoutet wurden. Gegen den Trend der veröffentlichten Meinung hatten dage- gen seit Mitte der 1980er Jahre unsere Internatsberatungsstelle und deren Zeitgeschichtliche For- schungs- und Dokumentationsstelle (ZFI) auf diese und weitere Missstände hingewiesen. Die staat- liche Schul- und Heimaufsicht ignorierte übrigens alle Hinweise und Warnungen und versagte völlig. Die Gründe hierfür liegen in dem mafiaähnlichen Beziehungsgeflecht zwischen Privatwirtschaft und Politik, das gerade im Bereich sog. Eliteinternate (Salem & Co.) besonders eng geknüpft ist. Statt-dessen waren AVIB/ZFI übelsten "Gegenangriffen" der Edel-Internate (siehe Beispiel) und teilweise katastrophalen Fehlurteilen einer hochgradig affinen Justiz (insbesondere in Bayern) ausgesetzt. Verbraucherschutz ist nach wie vor eine Frage gesellschaftlicher Machtverteilung, wie dies derzeit an der TTIP-Diskussion höchst anschaulich demonstriert wird. Das bedeutet Kampf, wenn nicht sogar Krieg! Denn ewig grüßen der entweder naive oder gaspro-minente Typ des Spitzenpolitikers und eine in weiten Teilen noch viel intelligentere und meinungsunabhängigere Justiz. Für das sog. "Unrechts-schicksal der Heimkinder der 1950er, -60er und -70er Jahre" hat sich der Hessische Landtag zwar im Jahr 2010 entschuldigt. Doch produziert unser gesellschaftliches System am laufenden Band neue Opfer. Die aufsichtsrechtlich vernachlässigten sowie schön geredeten Verhältnisse von heute sind immer nur die Skandalthemen von morgen.         

Mit dem Aufkommen alternativer Wohnkonzepte für Senioren, z.B. Senioren-WGs, Mehrgenerationen-häuser, Siedlungs- bzw. Quartiersgemeinschaften, Seniorendörfer, Unterstützungsnetzwerke (Gene-rationenhilfen, Nachbarschaftshilfen, Seniorengenossenschaften), Tauschringe/-börsen usw., entstand ein vollkommen neuer Dienstleistungsbereich, der von den traditionellen Verbraucherberatungsstellen wiederum nicht wahrgenommen und "bearbeitet" wurde. Erst allmählich beginnt die Einsicht zu reifen, dass die Qualitätssicherung im Bereich der Daseinsvorsorge für Senioren in unabhähige Hände gehört und nicht der gern einmal als "Pflegemafia" beschriebenen Anbieterseite überlassen bleiben sollte. Inzwischen haben die Forderungen nach einer stärkere Einbindung des Verbraucherschutzes in dem an Problemen wahrlich nicht armen Pflegesektor zur Etablierung eines "Höheren Verbraucher-schutzes" geführt. Was für diesen Sektor gilt,  trifft natürlich auch für den Bereich alternativer Wohn- formen und Unterstützungsnetzwerke zu, in dem es übrigens viele kommerzielle Anbieter und auch im ehrenamtlichen Beteich "Bezahlsysteme" gibt, in denen Leistungen auf der Basis (allerdings in der Regel sehr moderater) "Stundenlohn"-Tarife erbracht werden. So entschlossen wir uns schon 2010, dieses Arbeitsgebiet in unsere Beratungsarbeit zu integrieren. Dies bedurfte keiner wesentlichen Neu- ausrichtung, weil tatsächlich eine große Übereinstimmung - zumindest was alternatives Wohnen an- geht - mit den Strukturen des Internats besteht: Hier wie dort wird die Bereitstellung von Wohnraum mit zusätzlichen Betreuungs- und Versorgungsleistungen (teilweise Diensten höherer Art) kombiniert. Dass dem Verbraucherschutz in diesem Zusammenhang tatsächlich eine wichtige Funktion zukommt, wurde inzwischen mehrfach von kompetenter Seite wissenschaftlich bestätigt.  

Im Zusammenhang mit der Entwicklung eines eigenen Wohnmodells am Strandort des Vereinsbüros wurden wir dann mit dem normalen Alltag einer Siedlungs- oder Quartiersgemeinschaft konfrontiert. Um ein solches Siedlungs- oder Quartierskonzept zu realisieren und das Miteinander der Bewohner im Sinne von Generationenhilfe (= Nachbarschaftshilfe) zu organisieren, bedurfte es in erster Linie ehren-amtlicher Helfer, die das Projekt kommunizierten und bei der Realisierung voran gingen. Aus der reinen Verbraucherberatungsstelle wurde damit ein Sponsor für die Engagementförderung, d.h. wir stellten Räume für ein Bürgerbüro sowie für Gruppentreffen und Geselligkeit (sog. "engagement-fördernde Infrastruktur") zur Verfügung und brachten Arbeitsleistungen in erheblichem Umfang ein.

Da die Entwicklung der Quartiersgemeinschaft auf vielerlei Widerstände stieß und nur sehr schlep- pend voran kam, nahmen wir Kontakt auf zu der LandesEhrenamtsagentur Hessen, die sowohl den Einsatz von Ehrenamtlichen generell als auch die Verwirklichung von Projekten fördert, die von Ehren-amtlichen entwickelt werden. So entstand die Idee, dem Bürgerbüro gleichzeitig die Funktion eines Freiwilligenzentrums zu verleihen und an der vom Land Hessen angebotenen Engagementlotsen-Schulung teilzunehmen, die Freiwillige für ihre Aufgaben als Multiplikatoren und Projektentwickler innerhalb eines Freiwilligenzentrums qualifiziert.

Zu den ersten Vorschlägen für sinnvolle Projekte im Rahmen der Entwicklung einer Quartiersgemein-schaft gehörte die Idee eines Informationszentrums (neudeutsch: Info-Centers), das die Beratungs-stelle und das Bürgerbüro dadurch entlastete, dass Informationen über Internate, Senioren-Wohnpro-jekte, das aktuelle Konzept einer Quartiersgemeinschaft und nach Möglichkeit auch weitere Verbrau-cherthemen, die sich aus dem Alltag einer Quartiersgemeinschaft ergaben, online gesammelt, bear-beitet, kommentiert und am Bildschirm auf- bzw. abrufbar gemacht werden. Zur Ergänzung und indi-viduellen Beratung sollte ein Telefondienst und sogar die Möglichkeit von Einzelgesprächen und Vor-trägen für Kleingruppen vor Ort erhalten bleiben (gehörte bereits zum Angebot der Internatsbe-ratungsstelle). Später entstand noch die Idee, die Infrastruktur des Selbstlernzentrums des "Hessen-campus Vogelsberg" in Lauterbach einzubeziehen.

 

Angebote     

Das "Info-Center" befindet sich noch im Stadium der Entwicklung. Ratsuchenden können wir vorerst folgendes anbieten:

Auf der Menue-Leiste rechts haben wir eine Reihe von Basis-Informationen zu den Themen

  • Alternative Wohnformen für die Generation 60 Plus,
  • Bürger-Netzwerke für Nachbarschaftshilfe,
  • Verbesserung der individuellen Lebensverhältnisse sowie
  • Internatserziehung

zusammengestellt. Bei weitergehendem Informationsbedarf können Sie folgende zusätzlichen Beratungsangebote wahrnehmen:

  • Beantwortung von Detailfragen unter Tel. 06645/918789 (Bürgerbüro) oder per Email an AVIB_Ulrichstein@t-online.de
  • Einzelberatung nach Terminabsprache im Bürgerbüro (Adresse: Burgblick 3, 35327 Ulrichstein (Parkplatz unterhalb des ehemaligen Zentralgebäudes/Restaurants)
  • Kleingruppenseminare bis 10 Personen nach Vereinbarung in unserem Bürgertreff Burgblick Hausnr. 1+2
  • Vorträge und Präsentationen für größere Gruppen im Seminarhaus der Stadt Ulrichstein, Bürgerhäusern der Ortsteile oder örtlichen Gaststätten (Buchung der Räumlichkeiten durch die Besuchergruppe selbst erforderlich!). 

Bitte beachten Sie besonders die Rubrik "Aktuelle Beiträge und Nachrichten"!

Ulrich Lange

 
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